•  Region aktuell - Nr. 15 / 07. Februar 2005

Die Region Landshut verabschiedete nach 32 Jahren ihren Vorsitzenden Alt-Oberbürgermeister Josef Deimer

 

Abb.: Landrat Heinrich Trapp (links) hob die Verdienste des scheidenden Verbandsvorsitzenden Josef Deimer hervor. (Fotos: Barteit)

 

Mit der 41. Verbandsversammlung endete die Amtszeit des letzten Gründungsvorsitzenden aller regionalen Planungsverbände in Bayern. Im April 1973 wurde Oberbürgermeister Josef Deimer an die Spitze der Region Landshut gewählt und hat in dieser Zeit 222 Regionalkonferenzen, Verbandsversammlungen, Ausschuss- und Beiratssitzungen geleitet. Er fehlte nur bei einem Termin - wie stellvertretender Vorsitzender Heinrich Trapp in seinen Abschiedsworten herausstellte. Der Dingolfinger Landrat hob hervor, Josef Deimer habe stets den Ausgleich zwischen den unterschiedlich strukturierten Teilräumen gesucht. Sein Bestreben sei gewesen, im Rahmen der zentralörtlichen Gliederung in dem überschaubaren Raum zwischen Hallertau und österreichischer Grenze eine Gleichwertigkeit der Lebens- und Arbeitsbedingungen zu erreichen. Dabei sei Deimer keineswegs nur der eloquente, gütige Regionspräsident gewesen, der es allen habe recht machen wollen. Er habe zuweilen auch sehr zugespitzt und unmissverständlich argumentieren können, wenn es um Dinge ging, die er nicht mittragen konnte - beispielsweise, wenn der Versuch unternommen worden sei, die Interessen Einzelner über das Gemeinwohl zu stellen.

 

Abb.: Viele Verbandsmitglieder und Ehrengäste waren zur Verabschiedung des Vorsitzenden in den Redoutensaal des Bernlochner gekommen.

 

Als zuständiges Mitglied des bayerischen Kabinetts würdigte Staatsminister Dr. Otto Wiesheu die regionalplanerischen Erfolge der Ära Deimer. In dieser Zeit habe die Region Landshut einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht und sich zu einem attraktiven Wachstumsraum in Bayern entwickelt. "Was in der Region geleistet wurde, ist hervorragend. Wie die Region dasteht, ist ausgezeichnet. Eine wesentliche Grundlage hierfür war die dynamische und starke Entwicklung der Region in den letzten drei Jahrzehnten, die Sie, lieber Herr Deimer, wesentlich mitgestaltet haben", sagte der Minister wörtlich. Dr. Wiesheu ging auch auf den von Josef Deimer besonders geförderten Fernbahn-Anschluss an den Flughafen München ein und meinte, die Marzlinger Spange müsse eine Option bleiben. Weiter legte der Staatsminister ein Bekenntnis zur kommunal verfassten Regionalplanung ab und wies der Landes- und Regionalplanung die Aufgabe zu, Ordnung in eine Entwicklung zu bringen und diese über die verschiedenen Fachkompetenzen hinweg zu koordinieren.

 

Abb.: Am Vorstandstisch von links: Stellvertretender Vorsitzender Richard Findl, Alt-Oberbürgermeister Josef Deimer, Staatsminister Dr. Otto Wiesheu, Regierungspräsident Dr. Walter Zitzelsberger und Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein.

 

Auch der scheidende Verbandsvorsitzende bekannte sich zu der These, ein dicht besiedeltes Land brauche, um Wildwuchs zu vermeiden, die interkommunale Zusammenarbeit. Josef Deimer gab zu bedenken, dass die Zukunft der Landschaft in den Städten liege. "Nur die disziplinierte Einhaltung des Prinzips der zentralen Orte kann eine Zersiedelung des Landes und die damit verbundene Auffaserung der Verkehrströme verhindern. In der Bündelung der Siedlungsentwicklung in zentralen Orten und entlang von Entwicklungsachsen liegt nach wie vor unsere wichtigste Zukunftsaufgabe. Sonst werden wir in einigen Jahren unsere Landschaft nicht mehr wieder erkennen", mahnte der scheidende Vorsitzende. Josef Deimer bedankte sich bei allen, die in den 32 Jahren diese Sichtweise unterstützt haben und fügte hinzu, Regionalplanung sei Teamarbeit und die regionalen Gremien hätten ihr den verdienten Stellenwert gegeben. Es sei dabei ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entstanden. Der Planungsverband habe mit den finanziellen Mitteln geknausert und die geringen Steuergelder sinnvoll eingesetzt. Josef Deimer schloss mit den Worten, dass er nun die Funktion des Verbandsvorsitzenden in die Hände des 1. Stellvertreters weiter gibt. Landrat Heinrich Trapp werde das Amt bis zur Mitte des Jahres kommissarisch ausüben. Dann werde in einer weiteren Verbandsversammlung ein Vorsitzender für die zweite Hälfte der kommunalen Wahlperiode 2002/2008 bestimmt.

Die vollständigen Redemanuskripte sind der Niederschrift zur 41. Verbandsversammlung als Anlagen beigefügt.

 

Weitere Artikel in dieser Ausgabe

Ältere Ausgaben von "Region aktuell"

© www.region.landshut.org, hrsg. v. Regionalen Planungsverband Landshut, Kontakt: region@landshut.org
last update 29-September-2007